ab dem 27. Juni 2013
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*VALEUR betreibt seit 12 Jahren eine exklusive und personalisierte Modelagentur. Gesucht werden keine It-Girls, sondern Taente mit Persönlichkeit!
esser spät als nie bin ich versucht zu denken, als mich die Nachricht erreicht, dass sich nach dem verheerenden Zusammensturz einer Textilfabrik in Bangladesch mit über 1000 Toten, die großen europäischen Modeketten und Discounter nun bereit erklären, Sicherheitsabkommen zu unterzeichnen, welche die Arbeits- und Lebensbedingungen vor Ort grundlegend verbessern sollen.
Diese Abkommen werden bereits seit vielen Jahren von Menschenrechts- und Hilfsorganisationen, wie der Kampagne für Saubere Kleidung gefordert. Bisher hatten sich jedoch viele große Marken erfolgreich gegen die Verantwortung gewehrt, Sorge für die Sicherheit der Arbeiter aus ihren asiatischen Zuliefererbetrieben zu tragen.
Tragisch dabei ist, dass es erst zu unzähligen Toten und so viel Leid kommen musste, bevor die Multimillionen-Dollar-Konzerne sich ihrer Verantwortung stellen. Vielleicht müssen die Toten in Bangladesch als Märtyrer gesehen werden, die ihr Leben opferten, um eine Wende im wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsprozess ihres Landes einzuleiten.
Es bleibt jedenfalls zu hoffen, dass der Tod von 1127 Menschen nicht umsonst war. Erste Signale gibt es dafür, denn neben der Unterzeichnung der Sicherheitsabkommen, sollen nun auch die Löhne im Land steigen und Gewerkschaften endlich zugelassen werden. Bisher erhielten die Textilarbeiter nur Hungerlöhne von 15 bis 35 Dollar, weit unter der Armutsgrenze also. Arbeiter(innen), die sich organisieren wollten, verloren ihre Jobs und mussten mit Repressalien rechnen.
Es wird Zeit, dass sich etwas bewegt, denn jeder tote oder schwerverletzte Textilarbeiter hinterlässt weitere Menschen, Kinder, Geschwister, Eltern, die nun ums Überleben kämpfen müssen. Bisher mussten sie von dem wenigen Geld leben, das die Arbeit in der Textilfabrik einbrachte. Nach dem Tod ihrer Familienmitglieder steht selbst dieser Hungerlohn nicht mehr zur Verfügung. Was passiert mit diesen Menschen, vor allem Kindern und alten Leuten, die nicht durch ein soziales System gestützt werden, wie es in westlichen Ländern größtenteils der Fall ist?
Statt Spenden, bewusster einkaufen?
Jeder von uns kann und sollte etwas tun. Wir empfehlen besonders jungen Menschen sich an Organisationen zu wenden, die vor Ort mit echtem Herz und helfender Hand aktiv sind. Eine aktive Hilfe bringt meist mehr, als bloße Geldspenden, die natürlich aber auch wichtig sind, um die Hilfe finanzieren zu können.
Würden wir jedoch vernünftiger und bewusster shoppen gehen, wären Hilfe und Spenden im wesentlich geringeren Umfang erforderlich, denn mit Mehrkosten von nur 20 Cent pro Shirt würde bereits die Basis für gerechtere Löhne sowie bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen in Bangladesch und anderen Ländern geschaffen, die für unseren Luxus sorgen, indem sie unsere günstige Kleidung, Möbel, Elektronik und so vieles mehr produzieren und dabei oft unendlich viel Kummer und Leid ertragen müssen.

IN MAY, JUNE & AUTUMN